Im Rahmen der „Langen Nacht der Demokratie“, gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg und unter der Schirmherrschaft des Pforzheimer Oberbürgermeisters Peter Boch, hat Anfang Oktober 2026 am Reuchlin-Gymnasium der Autor und Herausgeber Dr. Renatus Deckert aus Dresden ein eindrucksvolles und sehr bedrückendes Bild des Lebens in der Zeit des Nationalsozialismus gezeichnet. Über gut 45 Minuten las Herr Deckert aus den Tagebuchaufzeichnungen des jüdischstämmigen Dresdener Romanistikprofessors Victor Klemperer vor und ließ den Schülern der Kursstufe I eine beklemmende Bilderfolge von Diskriminierung, Anfeindung, Entrechtung und Verfolgung mit Todesangst vor deren geistigen Auge entstehen. Er setzte diese facettenreichen Eindrücke aus vielen aussagekräftigen Mosaiksteinen der Tagebücher Klemperers zusammen, der ein minutiöser Beobachter seiner Zeit und der Nazisprache war, deren Verrohung er in seinen Werken festhielt. Für etliche Schülerfragen blieb im Anschluss an die Lesung und auch danach noch genug Raum, Herr Deckert erläuterte wie auch schon während der Lesung Zusammenhänge und illustrierte das Gesagte auch mit aktuellen Bezügen und seinen Erfahrungen aus Gesprächen mit Holocaust-Überlebenden.

Diese Veranstaltung war dank der großzügigen finanziellen Unterstützung der Erzdiözese Freiburg sowie durch den Förderverein der Schule möglich geworden.

Sybille Roczek und Jörg Dalmatiner